Braunkohleausstieg – Licht und Schatten für uns…

Der Ausstieg aus der Braunkohle-Förderung wird als wichtiger Schritt zum Klima-Schutz gefeiert. Die Fakten dazu hat Sascha Rauschenberger analysiert.

„Wo viel Licht ist, ist auch Schatten“, so eine Volksweisheit, die leider auch auf die Braunkohle zutrifft. Jahrzehntelang sorgte sie für billige Energie. Sie versorgte die wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands. Im Westen, wie auch im Osten unseres Landes. Machte uns in der Stromversorgung fast autark. Hielt die Lichter in Industrie wie auch in Haushalten am Leuchten. Damit soll nun nach dem Willen der Bundesregierung Schluss sein. Ähnlich dem Atomausstieg über Nacht, wurde nun auch der (Braun-)Kohleausstieg etwas hastig beschlossen. Der Ausstieg aus der Steinkohle-Gewinnung wurde gleich mitbeschlossen. Und weil das nicht reicht, denken gewisse Schattenmacher auch gleich schon an den Gasausstieg. Dunkelheit will auch gekonnt gestaltet werden.

Das wird die teuerste Dunkelheit der Menschheitsgeschichte. Nirgendwo muss ein Bürger mehr dafür bezahlen, um Glühbirnen Licht spenden zu lassen, als in Deutschland. Oder auch nur eine Suppe warm machen zu können. Mitunter auch sich selbst warm halten zu können. Bezahlbare Energie erhält Arbeitsplätze in der Indsutrie.

Die Kraftwerke, die aus der Kohle Strom gewannen, versorgten auch die Bagger, Umsetzer, Förderbänder und die gesamte Infrastruktur des Systems mit Strom. Keiner der Riesenbagger im Braunkohletagebau hat je CO2 ausgestossen. Unsere Braunkohlekraftwerke gehörten zu den leistungsstärksten, umweltfreundlichsten und effizientesten ihrer Art. Weltweit. Sie wurden wie unsere außer Betrieb genommenen Atomkraftwerke ständig modernisiert. Dem Stand der Technik angepasst. Selbst dem Stand der Befindlichkeiten. Und die mussten nicht unbedingt immer etwas mit Logik zu tun haben.

Im Atomausstieg wurden gern Fukushima, Windscale, Harrisburg und Tschernobyl bemüht. Alle weit weg. Alle nicht auf deutschem Sicherheitsniveau. Aber alle begründend genug, unsere Atommeiler abzuschalten während weltweit, dafür aber auch mitunter weit weg, dutzende neugebaut wurden. Aber auch gleich hinter der Grenze, wo sie nun für uns den Strom billig produzieren, den wir brauchen und bis zu dreimal so teuer bezahlen. Dafür haben wir dann CO2-Zertifikate billigst abzugeben, weil wir diese massig übrig haben. Die können dann eben diese ausländischen Stromkonzerne noch billiger einkaufen, damit sie für uns die Lichter am Leuchten halten.

Das sichert Beschäftigung, Umsatz und Steuereinnahmen. Zwar nicht hier, aber anderswo. Die globalisierte Welt kennt auch auf dem Strommarkt Lichtgestalten – und Verlierer im Schattendasein.

Natürlich ist ein Tagebau nicht schön anzusehen. Die Gruben sind… gewaltig. Monströs. Erdlöcher der Gigantonomie. Doch andererseits will auch das mit Strom versorgt gewesen sein, was wir hier als lebenswert ansehen. Oder noch brauchen.

Alles hat im Leben einen Preis, der bezahlt werden muss. Nichts ist umsonst!“

Wer Benziner und Diesel abschaffen will, braucht zusätzlichen Strom für E-Scooter, E-Bikes und E-Autos. Bald soll es auch E-Flugtaxis geben. Die Digitalisierung benötigt auch zunehmend mehr Strom. Und das nicht zu knapp. Allein das weltweit so beliebte Schürfen von Cryptowährungen verbraucht den Strom von Kleinstaaten. Doch das wird nicht gesehen. Schon gar nicht die Tatsache, dass eben diese Bedarfe sprunghaft ansteigen. Einen Mehrverbrauch aufzeigen.

Wenn Klimahysteriker über Umwelt und CO2 debattieren, dann aus der Sicherheit einer beleuchteten Umgebung heraus. Natürlich ist die Umwelt wichtig. Da wurde seit 50 Jahren auch viel getan und noch mehr erreicht. In den 60er Jahren hätte Greta nicht nur CO2 „sehen können“, sondern mit Sicherheit auch riechen und schmecken. Hätte vermutlich den ersten Atemzug nach der Geburt nicht überlebt, wenn man ihre postulierten Maßstäbe anlegen würde. Gut, dass wir alle überlebt haben.

Teurer Strom treibt auch die anderen Kosten nach oben. Strom wirkt querschnittlich auf alles. Gerade auch über die Produktion von Gütern sowie die Erstellung von Leistungen und den Transport. Und in einer globalisierten, vernetzten Welt kostet auch jede CPU-Sekunde dank der Digitalität… Strom. In der vielbeschworenen Konnektivität der Systeme und Software dann gleich mehrfach. Fast wie eine Kettenreaktion, die von einem Datensatz angestoßen wird. Bei jeder einzelnen Übertragung! Dass jetzt parallel bis zu 30% der Windräder abgebaut werden müssen, vermag die Stimmung nicht einzutrüben. Auch nicht, dass man sie nicht deshalb weiterbetreibt, weil sie kaputt sind, sondern nur, weil die Förderung ausläuft und sie so schlicht unwirtschaftlich im Betriebsablauf sind. Erwähnenswert sind auch noch die höheren Rückbaukosten, da die Windräder aus großen Teilen nun zu Sondermüll werden, der kaum recycelt werden kann. Ein kleiner Planungsfehler, der nicht stört. Im Gegenteil. Bei den Batterien der E-Autos wird er ja gerade wiederholt.

Dass Braunkohlekraftwerke auch lokale Wetterlagen beeinflusst haben, stimmt. Kühltürme und Restabgase gab es. Und während wir hier ein paar dutzend Kraftwerke abschalten, werden weltweit hunderte neu gebaut, die dort dann lokal helfen werden, das Wetter zu verändern. Auch mit technischen Standards, die hier seit vierzig Jahren Geschichte sind. Dafür sind diese Kraftwerke aber billiger als das, was wir so betreiben. Betrieben haben.

Natürlich demonstrieren deutsche Klima-Aktivisten nicht in China, Indien, Brasilien oder Russland und den USA. Gewisse Organisationen und Projekte werden gern von eben ausländischen „Förderern“ gesponsort. Die DUH von Toyota zum Beispiel. Gasleitungen wie Nord Stream von Russland. Ein Schelm, der hier Böses denkt und Schatten sieht.

Überhaupt ist es schwer vorstellbar, dass wenn bei uns Licht zu Schatten wird, sich irgendetwas weltweit am Klima ändern könnte. Noch nicht mal dann, wenn wir hier in Deutschland alle aufhören zu atmen und alle Tätigkeiten einstellen. Inklusive der eigenen CO2-Produktion. Warum? Weil jedes Jahr 80 Millionen mehr Menschen geboren werden als sterben. Und die brauchen nun mal auch Licht und bezahlbare, zuverlässige Energie. Und auf Dauer davon immer mehr, da auch die mal irgendwann neben Licht auch BitCoins, Handys, Flugtaxis und 100m²-Wohnungen haben wollen.

Wie unsere Stromerzeugung, egal ob fossil oder atomar, die Oberflächenerwärmung auf Mond und sogar Mars steigern konnte bleibt ein Rätsel, zu dem selbst der NASA nichts einfällt. Dennoch steigen auch die Temperaturen auf den restlichen Himmelskörpern unseres Sonnensystems. Schaffen dort überall einen Klimawandel durch Erwärmung. Schon erstaunlich, was so alles im Lichte einer nüchternen Betrachtung aus dem Schatten hervorspringen kann. Aber gut, dass es ein sich verändernder Sonnenzyklus nicht ist, der eine Erderwärmung verursacht haben könnte. Überall sonst im Sonnensystem, halt nur nicht auf der Erde. Weil das hier ja auch noch nie vorgekommen ist.

Warum sind wohl die Gletscher der Eiszeit geschmolzen? Weil die Neanderthaler damals schon zu viele fossile Brennstoffe verbrannt hatten?

Daher kann es nur richtig sein, alles im Lichte dieser Erkenntnis auszuklammern, wenn es um den Braunkohleausstieg geht. Sonnenzyklus, was andere machen, was wir selbst brauchen, was wir demnächst brauchen werden und vor allem, was logisch, rational und ganzheitlich zu betrachten ist. Alles egal. Wir retten das Klima. Hier und jetzt, für alle, für immer und ewig. Ein Satz so schön wie der Anspruch dahinter. Wie könnte man es da wagen anders zu denken. Hatten wir das nicht schon mal? Am deutschen Wesen soll die Welt genesen?

Zigtausende fangen aber an, anders zu denken. Sie überlegen, wo sie denn arbeiten sollen. Und was das nun alles zusätzlich kostet. Nicht gerade die mit 100.000 Euro Jahreseinkommen, aber Rentner, Geringverdiener und 50Plus-Arbeitnehmer schon eher. Selbst bei der Jugend wird die eigene Rentenerwartung skeptischer gesehen. 47 Beitragsjahre hören sich gerade für 18jährige nach recht viel an. Und wenn zwischenzeitlich auch noch alles viel teurer wird, der Rest vom kalt-progessiv weggesteuerten Einkommen null- oder gar strafverzinst wird, zeigt selbst unser PISA-optimiertes Bildungssystem klar und deutlich auf, dass hier bald Dunkelheit herrschen wird. Überall dort, wo jetzt gerade die Licher brennen. Auch dank Braunkohle.

Ein anderer Aspekt sind unsere heimischen Stromversorger. Der Atomausstieg über Nacht hat da manche Bresche geschlagen, in die ausländische Energie-Konzerne gern eingesprungen sind. Mit exakt der Energie-Art, die wir abgeschaltet hatten. Nur ist hier keinem Klima-Aktivist dazu ein Licht aufgegangen.

Natürlich fördert das auch etwas die Abhängigkeit von anderen. Von ausländischen Regierungen mitunter, wenn man heimische Energieträger zu Gunsten ausländischer Lieferungen abschafft. Was ist, wenn der russische Potentat schon vorzeitig den Gasausstieg umsetzt und die Lieferungen stoppt? Macht er natürlich nicht, weil der Mann helle ist. Könnte er aber. Und dann? Bei den Franzosen oder Tschechen um Atomstrom betteln? Der dann natürlich grün ist, weil er aus grünbemalten Kabeln kommt? Zumindest wäre der dann CO2-frei. Immerhin auch schon mal etwas.

Und weil nun auch Arbeiter langsam nervös werden, auch die, die von der Braunkohle leben, steigt die Wut auf Leute, die leichtfertig viel zu schnell und viel zu oft viel zu viel gewissen Aktivisten zu bereitwilling und zu proaktiv grundlos und unbedacht zugestanden haben.

Es werden zig Milliarden rumgeschoben, umverteilt und anderen versprochen oder gar angedienert. „Green Deal“ heisst der Trend aus EU-Ebene. wer soll das bezahlen?

Kritischen Geistern vermag es sich nicht erschließen, wie das alles hierzulande mit immer weniger Stromproduzenten bei stetig steigender Nachfrage funktionieren kann. Oder auch nur bezahlbar bleibt. Auch für die Oma von nebenan, die durch mehrmalige Mutterschaft und Witwentum bei steigenden Lebenshaltungskosten immer weniger im Monat übrig hat. Wo sind die Feministinnen, die das thematisieren?

Mal ehrlich. Wie kann eine der größten Industrienationen der Welt, mit den höchsten Steuersätzen, den höchsten Energiekosten und steigenden demographischen Lasten so verblendetd sein, diese drei Stolpersteine dem Leidtragenden (Bürger) dauerhaft als „alternativlos“ anzupreisen? Das in einem globalisierten Wettbewerb?

Unter uns: mir reicht es, wenn Licht brennt. Halt Licht macht. Und das billiger als jetzt. Viel billiger. Damit auch alles andere billiger sein kann und Geld übrig ist das zu tun, was alle anderen auch tun. Klar. Auch um das Klima kümmern. Aber nicht in alleiniger deutscher Konkurrenz zur Sonne, die wohl auch etwas mehr anheizt als noch vor zwanzig Jahren. Und ja, der Autor glaubt an Sonnenzyklen. Und weniger daran, dass Adam und Eva Neanderthaler zu oft und mit zu viel Holz gegrillt haben und deshalb ausgestorben sind…

Atomausstieg, Steinkohleausstieg, Braunkohleausstieg und Gasausstieg ist nicht alternativlos, sondern ein Ausstieg aus der Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie.

In Anbetracht der auf uns zukommenden Veränderungen glaubt wohl keiner daran, dass der auch wieder überstürzte Ausstieg aus der Braunkohle für unser Land gut sein kann. Weder was Abhängigkeiten betrifft noch was die Kosten angeht. Weder für die Wirtschaft, noch für uns, die Bürger.

Möge hier mal einigen ein richtiges Licht aufgehen!

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