Corona… – wie sag ich’s meinem Kinde?

Einer für alle. Alle für Einen oder Rette sich, wer kann. Ich rette mich, wenn ich kann. Von Dr. Stephanie Robben-Beyer

Sogar diejenigen, die lange Zeit die Diskussion über Corona ignorieren wollten, müssen sich – wohl oder übel – nun mit dem Thema auseinander setzen.

Wir leben „auf dem Land“. Meine Tochter geht in die 4, Klasse einer hiesigen Grundschule. Das Thema ist auch bei uns angekommen: große Veranstaltungen werden abgesagt, die Arztpraxen sind überfüllt, die Menschen sind verunsichert und mental „angeschlagen“. Julchen s Freunde dürfen teilweise nicht mehr zum Spielen kommen. Meine Kunden, allesamt Geschäftsführer oder ähnliches mittelständischer Unternehmen sind in großer Sorge um ihre wirtschaftliche Situation.

Wir sind eine Familie, die gerne und viel offen diskutiert, somit ist auch Corona insbesondere beim gemeinsamen Essen Gesprächsgrundlage.

Heute Morgen haben wir über die Nachrichten im Kinderfernsehen gesprochen, die wir gestern Abend gemeinsam angeschaut haben. Eines der Hauptthemen war natürlich Corona.

„Julchen, bist du beunruhigt wegen der Nachrichten um Corona?“

„Mama, wir haben da in der Schule ganz ruhig drüber diskutiert. Wir waschen uns mehr die Hände. Ist auch irgendwie sogar lustig, weil wir singen dann jetzt immer „Happy birthday“ dazu – weißt du, wegen der Zeit, die dann vergeht beim Seife benutzen und Waschen. Morgens umarmen wir uns nicht mehr so – hm, manchmal vergessen wir das natürlich auch und fallen uns um den Hals. Doch meistens machen wir den „Rapper- Gruß“.“

Julchen steht auf und drückt ihren Ellenbogen gegen meinen.

„Aha!“ meine ich.

„Ich find das auch total in Ordnung und ziemlich klug, wenn die ganz großen Veranstaltungen abgesagt werden. Sonst steckt ja nur einer den anderen womöglich an!“

„Aber eventuell können wir unsere Osterreise nicht antreten. Bist du traurig deswegen?“, frage ich.

„Mama, du sagst doch, immer wenn mir etwas kaputt geht und du nicht schimpfst, dass man ´über vergossene Milch nicht weinen soll`. Die Reise ist doch dann nur verschoben. Papa findet bestimmt einen neuen Termin – ein bisschen später.“

„Ja, so wird es sein, Julchen.“

Julchen beginnt: „Aber der Lukas, der ist ganz traurig wegen Corona.“

„Aha. Wieso genau?“, hake ich nach.

„Der darf seinen Opa grad nicht umarmen und sie müssen auch Abstand voneinander halten. So n Meter oder so. Das findet Lukas echt doof, weil er seinen Opa ja so gern mag. Aber der ist ja sehr krank und bekommt grad wieder Chemo. Und damit der keinen Corona-Virus abbekommt, muss er so n kleines bisschen wie in Quarantäne.“

„Um ihn zu schützen?“

„Ja, genau!“ … „ Mama, können wir los?“

„Ja, meine Große, Kluge!“

Das Gespräch mit meiner Tochter besänftigt mich: Die Lage ist ernst, wir müssen alle Acht geben und mit Vernunft handeln. Doch es macht definitiv keinen Sinn, in Panik zu geraten.

„Die Milch ist verschüttet.“ – Corona breitet sich aus. Wie weit, wie lange … Wir werden es sehen.

Meinen mittelständischen Kunden wünsche ich die Ausdauer, die Situation zu bewältigen. Mir wünsche ich insbesondere Langmut und Zuversicht. Uns Allen Hoffnung.

In dunklen Minuten singe ich beim Hände waschen „Happy birthday“ vor mich hin, dann geht es mir mental ein bisschen besser.

Bleiben Sie gesund! Geben Sie auf sich Acht! Geben Sie auf Andere Acht!

Einer für Alle. Alle für Einen!

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