INSA-Umfrage: Candy-Crush-Crash für Bodo Ramelow?

Bodo Ramelow gilt als schwierig im Umgang. Nimmt er wenigstens seine Aufgabe ernst? Antworten vom Meinungsforschungs-Institut INSA.

Die Versuche der Bundeskanzlerin und weiterer Kabinettsmitglieder sowie der Präsidentin der EU-Kommission, die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu erklären und um Verständnis dafür zu werben, zeigen, dass den Regierenden nicht verborgen geblieben ist, dass die Stimmung der Bevölkerung zum Corona-Krisenmanagement gekippt ist. Nach elf Monaten teilweise deutlicher Zustimmung überwiegt jetzt das Lager der Unzufriedenen.

Es ist alles andere als sicher, dass es den Verantwortlichen gelingt, hier wieder neues Vertrauen aufzubauen.

Hermann Binkert (INSA)

Finden es die Befragten schlimm, dass Bodo Ramelow während der Ministerpräsidentenkonferenzen das Handy-Spiel „Candy Crush“ spielt?

Insgesamt findet es etwa die Hälfte der Befragten schlimm, dass Bodo Ramelow gesagt hat, dass er sich manchmal die Zeit während den Ministerpräsidentenkonferenzen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mit dem Handy-Spiel „Candy Crush“ vertreibt. Dagegen geben 27 Prozent der Befragten an, dass sie dies nicht schlimm finden.

In einer Befragung in Thüringen sind die Befragten deutlich weniger klar verteilt: Lediglich eine knappe relative Mehrheit von 49 Prozent findet dies schlimm, während es 42 Prozent der Befragten in Thüringen nicht für schlimm befinden, dass dies ihr Ministerpräsident gesagt hat.

Bundesweit finden es deutlich mehr männliche Befragte schlimm, dass Bodo Ramelow gesagt hat, dass er sich die Zeit während Ministerpräsidentenkonferenzen mit dem Handy-Spiel „Candy Crush“ vertreibt als dies weibliche angeben (61 zu 52 %).

Junge Befragte zwischen 18 und 29 Jahren geben deutschlandweit häufiger an, dass sie es nicht schlimm finden, dass Bodo Ramelow gesagt hat, dass er sich in den letzten Ministerpräsidentenkonferenzen zur Corona-Pandemie manchmal mithilfe des Handy-Spiels „Candy Crush“ die Zeit vertreibt, als dies ältere Befragte angeben (44 zu 16 bis 26 %).

Befragte aus dem Westen Deutschlands finden es häufiger schlimm, dass der thüringische Ministerpräsident gesagt hat, dass er sich die Zeit während der Ministerpräsidentenkonferenzen zur Corona-Pandemie mit dem Handy-Spiel „Candy Crush“ vertreibt, als dies Befragte aus dem Osten als schlimm erachten (58 zu 49 %).

Bundesweit geben lediglich Wähler der Linke relativ-mehrheitlich an, dass sie es nicht für schlimm halten (46 zu 39 %). Alle anderen Wählergruppen geben absolut-mehrheitlich an, dass sie es für schlimm befinden, wobei dieser Anteil unter Union-Wählern deutlich höher ist (70 zu 54 bis 59 %).

In der Befragung in Thüringen ist das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Befragten umgedreht: In Thüringen finden es weibliche Befragte häufiger schlimm als männliche (51 zu 46 %).

In Thüringen gibt es keine deutlichen Unterschiede zwischen den Altersgruppen, wobei Befragte zwischen 18 und 29 Jahren häufiger angeben, nicht zu wissen, wie sie es finden sollen, dass Bodo Ramelow dies gesagt hat, als dies die anderen Altersgruppen angeben (15 zu 3 bis 8 %).

In Thüringen geben Wähler der Linken (60 zu 32 %) und der Grünen (51 zu 38 %) jeweils absolut-mehrheitlich an, dass sie es für nicht schlimm halten, dass Bodo Ramelow dies gesagt hat. Alle anderen Wählergruppen geben mehrheitlich an, dass sie dies für schlimm halten, wobei Wähler der SPD gespalten sind (48 zu 46 %). Wähler der FDP (58 zu 37 %) und der AfD (65 zu 29 %) geben hingegen mit einer deutlichen Mehrheit an, dass sie es für schlimm halten.

Sonntagsfrage

Die Union gewinnt in dieser Woche 1,5 Prozentpunkte hinzu und erreicht nun 36,5 Prozent der Stimmen. Die Grünen verbleiben bei 17 Prozent und die SPD verliert einen Prozentpunkt und erreicht nun 15 Prozent der Stimmen. Die AfD gewinnt einen Prozentpunkt und erreicht elf Prozent. Die FDP verbleibt bei acht Prozent und die Linke verliert einen halben Prozentpunkt (7,5 %).

Bei den sicheren Wählern gewinnen Union und AfD jeweils einen Prozentpunkt hinzu, die SPD verliert einen und die Grünen zwei Prozentpunkte. Die FDP bleibt konstant.

Bei den potentiellen Wählern verlieren FDP, Linke und die Grünen jeweils zwei Prozentpunkte, die AfD einen und die Union und die SPD bleiben jeweils konstant.

Den Anteil der Befragten, welche ausschließen eine Partei zu wählen, kann in dieser Woche lediglich die SPD um einen Prozentpunkt reduzieren. Die FDP erhöht diesen Anteil um einen und die Linke um drei Prozentpunkte. Union, AfD und Grüne bleiben konstant.