Mein Rückblick auf 2020 – Topagemodel Renate Zott mit ganz persönlichen Gedanken

Man mag es kaum glauben – 2020 ist mehr als Corona. Der Blick auf die Welt von Renate Zott.

Mein Jahr 2020 hätte nicht großartiger beginnen können. Nämlich mit einer Kreuzfahrt durch die Meere Südostasiens mit Stopps an den Mega-Metropolen Singapur, Kuala Lumpur, Bangkok und Ho-Chi-Minh-City. Eine Reise mit vielen bleibenden, sehr lebendigen Eindrücken und ganz fantastischen Erinnerungen. Dass wir auf der Rückreise quasi die erste Corona-Welle mitgenommen haben, konnte keiner ahnen. Es war, als würde hinter uns „dicht“ gemacht. Ein Virus aus der Corona-Familie, das sich aus China kommend auf den Weg in die ganze Welt macht und zur globalen Herausforderung wird.

Neben allem was bekannt ist und die zurückliegenden Monate geprägt hat, finde ich sehr kurios, welche Mythen sich um die Entstehungsgeschichte des Virus ranken. Da gibt es zum einen den umstrittenen Termin des Ausbruchs und zum anderen die These einer künstlichen Züchtung. Der Gedanke ist also, dass das Virus in Laboren gezüchtet wurde und diese dann absichtlich oder unabsichtlich verlassen hat. Ist das alles also möglicherweise von langer Hand geplant und war es am Ende doch die nicht Fledermaus nebst Zwischenwirt? Aber: es gibt keine Belege.

Genauso kurios die Interpretationen über die Gefährlichkeit einer Infektion für Leib und Leben. Natürlich gibt es jedes Jahr eine nicht unerhebliche Zahl an Menschen, die an einer Influenza sterben. Aber legitimiert dieser Umstand, dass wir das Sterben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung quasi billigend in Kauf nehmen? Und weiter: ist der Vergleich der Sterbezahlen überhaupt sinnvoll? Zu welchem Urteil wollen wir damit kommen? Zu dem beispielsweise, dass wegen einer Grippewelle auch kein Shutdown gemacht wird?

Zugegeben: auch ich sehe die wirtschaftlichen Folgen kritisch. Hochgehalten wird das Leben und die Wirtschaft im Moment doch nur mit den vielen Milliarden, die wie irre aus den Gelddruckmaschinen laufen und jedes vorstellbare Maß übersteigen. Wenig hört man indes vom Plan darüber, wie und in welchem Zeitraum wir die Schulden tilgen wollen. Und noch weniger davon, was passiert, wenn die Regierung entscheidet, die milliardenschweren Hilfspakete einzustellen. Zudem gibt es eine ganze Reihe von Branchen, die beim großen Verteilen kein Stück vom Kuchen abbekommen haben. Und ich denke an Taxifahrer, an Firmen, die sich um die Wäsche aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe kümmern, an Blumenhändler usw. Es wird nicht allen geholfen und nicht an alle gedacht. Auch nicht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der systemrelevanten Jobs, die man in der 1. Welle mit viel Applaus aber anschließend doch nicht mit einem adäquaten Lohn bedacht hat.

Wie auch immer. Das Virus spaltet, hat die Berichterstattung der Nachrichtensender nahezu ganz für sich eingenommen und beschäftigt eine Menge Menschen. Macht sie zu Helden und Gewinnern oder zu Versagern und Verlierern.

Trotzdem ist 2020 nicht nur Corona.

2020 ist für mich auch: Terror von Rechtsextremen, Kindesmissbrauch, rechtsextremistische Haltungen in den Reihen unserer Polizei, der Wirecard-Skandal, die verheerenden Waldbrände, die Demokratiebewegung in Hongkong, Rassismus (#blacklifesmatter), die umstrittene Wahl in Belarus, die Präsidentschaftswahl in den USA. Ach ja, und da war doch auch die Geschichte mit unserem Verkehrsminister Andreas Scheuer und der geplatzten Pkw-Maut, die den Bund bisher in etwa 80 Millionen EUR gekostet hat. Als Bürgerin dieses Landes ist es schon schwer zu verstehen, dass man mit so einer Pleite im Amt bleibt, weiterhin seine Bezüge und am Ende des Tages auch noch eine feine Pension kassiert. Trotzdem Peanuts im Vergleich zur Pannen-Rechnung unseres Hauptstadtflughafens BER mit knapp 7,1 Milliarden, der nach 14 Jahren Bauzeit am 31.10.2020 eröffnet wurde. Immerhin – es ist geschafft.

Natürlich gab es in 2020 noch jede Menge mehr Ereignisse. Mich haben diese Themen beschäftigt, und sie hätten es sicher verdient, in Jahresrückblicken Erwähnung zu finden.

Ich weiß, die gute Fee gibt es nicht. Ich sag‘ jetzt trotzdem mal 3 Wünsche für 2021

1. Das Virus beherrschen

2. Neue Ideen von Wachstum entwickeln. Denn schließlich ist bekannt, dass alle wirtschaftlichen Prozesse, die der Maxime Wachstum = Erfolg gehorchen, einen doppelten Charakter haben. Die plantaren Grenzen bekommen wir ausreichend zu spüren.

3. Die Welt befrieden. Das Wort Rasse aus dem Grundgesetz zu streichen, wird nicht reichen, um Rassismus und Gewalt gegen Andersartigkeit einzudämmen. Es muss in den Köpfen ankommen.

Hoffen darf man ja noch… #2021wirdallesbesser

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

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